"Schon allein die Diskussion, ob in Deutschland auf Computerfestplatten die Kernbereiche privater Lebensführung vom Staat durchschnüffelt werden dürfen, schadet uns nachhaltig im Ausland", so Frank Fuchs, Sprecher des Steuerkreises von ITSMIG und CEO von Softpro. "Wir erhalten aus dem Ausland zunehmend Anfragen, weshalb Deutschland nun gleiche Methoden anwenden wolle, wie man sie bisher nur anderen Staaten unterstellt", so Fuchs weiter.
Übereinstimmend berichten die Mitglieder von ITSMIG, dass bereits das Bekanntwerden der Pläne die deutsche IT-Sicherheitsbranche und die Herkunftsbezeichnung "Made in Germany" diskreditiert sowie deren Vertrauenswürdigkeit unterhöhlt. "Bisher konnten und können deutsche Anbieter zur Absicherung der Informationstechnologie im Ausland auch deshalb punkten, weil man Produkten und Dienstleistungen aus Deutschland mehr vertraut als aus anderen Herkunftsländern", so Antonius Sommer, ebenfalls Mitglied im Steuerkreis der Initiative und Geschäftsführer der TÜV Informationstechnik. "Dass der deutsche Staat uns in seiner Überwachungsgier nun einen "Bundestrojaner" unterjubeln will, ist katastrophal." Konsequenterweise schlagen Fuchs und Sommer den Begriff "Bundestrojaner" als Unwort des Jahres 2007 vor.
Verdeckte Online-Durchsuchungen widersprechen dem Geist der im Juni 1999 von der damaligen Bundesregierung beschlossenen Eckpunkte der deutschen Kryptopolitik. Darin hat die Bundesregierung zum Ausdruck gebracht, dass sie in der Verwendung sicherer Verschlüsselung eine entscheidende Voraussetzung für den Datenschutz der Bürger und für den Schutz von Unternehmensgeheimnissen sieht und Maßnahmen ergreifen wird, um die internationale Wettbewerbsfähigkeit deutscher Hersteller von sicheren Verschlüsselungsprodukten zu stärken.
Das Bundesjustizministerium äußert sich kritisch zu den Plänen des Bundesinnenministeriums. Das Bundesministerium für Wirtschaft und Technologie unterstützt die Exportinitiative der deutschen Anbieter und verweist auf die Befürchtungen der deutschen Hersteller von IT-Sicherheitstechnik. Die Eckpunkte des Kryptobeschlusses von 1999 seien weiterhin Grundlage der Politik der Bundesregierung und insofern wird das heimliche Ausspähen von Computern als problematisch angesehen.
Bislang haben die deutschen Anbieter im internationalen Wettbewerb gute Karten. Noch gilt die deutsche Herkunft Anwendern als Garant, vor undokumentierten Hintertürchen - so genannter "Backdoors" - verschont zu bleiben. Neben der hohen Produktqualität ist dies ein ganz wichtiges Merkmal des Leistungsversprechens der IT-Sicherheitsbranche, verbunden mit der Herkunftsbezeichnung "Made in Germany".
Die Mitglieder von ITSMIG warnen das Bundesinnenministerium eindrücklich davor, im Ausland das Ansehen deutscher Produkte zu verspielen. Sie haben dabei das Negativbeispiel von Anbietern aus den USA vor Augen: Dort fordern Politiker immer wieder, staatlichen Stellen eine Überwachung durch die Hintertür zu ermöglichen. Unter Berufung auf den Kampf gegen Terrorismus und das Gemeinwohl sollen die nötigen Zugangsdaten unter Aufsicht von Gerichten für Geheimdienste wie den NSA einsehbar sein. Amerikanischen Anbietern fällt es entsprechend schwer, glaubwürdig zu versichern, dass bei ihren Produkten die US-Behörden nicht mithören. Der Sprecher des ITSMIG-Steuerkreises, Frank Fuchs, appelliert folglich eindringlich an die Politik: "Wir dürfen den guten Ruf von IT-Sicherheitslösungen "Made in Germany" nicht leichtfertig aufs Spiel setzen".
Einladung für die Presse
Besuchen Sie am Freitag, den 16. März 2007 das ITSMIG-Pressegespräch auf der CeBIT von 11:00 Uhr bis 12:00 Uhr im Congress Center, Raum 104, zum Thema "Vertrauenswürdige IT-Sicherheit ohne Hintertür - "Made in Germany" muss vertrauenswürdig bleiben".
Es erwarten Sie folgende Mitglieder des ITSMIG-Steuerkreises: Frank Schlottke (vertritt Klaus-Peter Breitenbach von Applied Security), Frank Fuchs (Softpro), Frank Rieger (vertritt Andy Müller-Maguhn von der Gesellschaft für sichere mobile Kommunikation) sowie Antonius Sommer (TÜV Informationstechnik). Angefragt ist außerdem die Teilnahme von Vertretern aus Bundesministerien. Wir freuen uns auf Ihre Teilnahme an einer sicherlich lebhaften Diskussion.
ITSMIG auf der CeBIT
Die Initiative "IT Security made in Germany" präsentiert sich auf der CeBIT innerhalb der Sonderschau CefiS in Halle 7 am Stand D22/10. 23 der 34 Mitglieder-Firmen sind auch auf der CeBIT mit eigenen Ständen vertreten. Die Website von ITSMIG verweist auf die einzelnen Stände der ITSMIG-Mitglieder: www.itsmig.de/news/news.php?nid=388
Sprecher der Initiative ITSMIG:
Frank Fuchs
c/o Softpro GmbH
Wilhelmstraße 34
71034 Böblingen
Telefon: +49(0)7031/6606-0
Fax: +49(0)7031/6606-66
Public Relations der Initiative ITSMIG:
Oliver Küch
c/o Fraunhofer-Institut für Sichere Informationstechnologie SIT
Rheinstraße 75
64295 Darmstadt
Telefon: +49(0)6151/869-213
Fax: +49(0)6151/869-224
E-Mail: oliver.kuech@sit.fraunhofer.de
Über die Initiative IT Security made in Germany
In der Initiative IT Security made in Germany (ITSMIG) befinden sich derzeit 34 führende Firmen der deutschen IT-Sicherheitswirtschaft. Thematisiert wird höherwertige IT-Sicherheit, wie z. B. Biometrische Verfahren, Smartcards, Verschlüsselungstechnologien und Public Key Infrastrukturen. Mitglieder sind Hersteller, Systemanbieter und Sicherheitsdienstleister, die den strengen Aufnahmekriterien gerecht wurden. Das Netzwerk agiert als Brückenbauer zwischen seinen Mitgliedern und ausländischen Kunden und Partnern. Die Initiative wird gefördert und unterstützt vom Bundesministerium für Wirtschaft und Technologie (BMWi) und arbeitet als Public Private Partnership (PPP). Das Management liegt beim ITSMIG Steuerkreis, das Projektbüro beim Fraunhofer-Institut für Sichere Informationstechnologie (SIT).
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Kurzprofil von SOFTPRO
Die SOFTPRO GmbH ist weltweit führend in der Entwicklung und Vermarktung von Produkten und Lösungen zur digitalen Erfassung, Verwaltung und Prüfung eigenhändiger Unterschriften.
Die Muttergesellschaft der SOFTPRO Gruppe – die SOFTPRO GmbH – ist seit ihrer Gründung 1983 in Böblingen bei Stuttgart zuhause. Vier Tochterfirmen sitzen in den USA, Großbritannien, Indien und Singapur. Repräsentanzen werden in Brasilien und im Libanon unterhalten. Die Gruppe beschäftigt derzeit über sechzig Mitarbeiter. Entwickelt wird die Software „made in Germany“.
Der am schnellsten wachsende Geschäftszweig sind Lösungen für die Elektronische Signatur mit eigenhändiger Unterschrift. SOFTPRO bietet dazu Software - vom SDK (SignWare) über Desktop Clients (SignDoc) bis hin zur kompletten Plattform für webbasiertes Signieren (SignDoc Web). Unterstützt wird ein breite Palette von Gerätetypen zur Erfassung von Unterschriften – von einfachen Pen Pads bis zu Tablet PCs. Damit lassen sich Kosten senken, Geschäftsprozesse beschleunigen, Fehlerquellen eliminieren und Dokumente gegen Manipulation geschützt speichern. Das so eingesparte Papier ist auch ein wichtiger Beitrag zum Umweltschutz.
Der zweite große Geschäftszweig von SOFTPRO ist die Erkennung von Betrugsversuchen mittels automatischem Vergleich von Unterschriften. Dieser Vergleich wird in erster Linie für Belege des Zahlungsverkehrs eingesetzt. Ebenfalls automatisch geprüft wird die Übereinstimmung von Unterschriften bei der Briefwahl (u.a. in USA und Großbritannien). Ferner wird der Vergleich im Posteingang großer Unternehmen eingesetzt. Ergänzend werden je nach Bedarf weitere Prüfverfahren eingebunden. Die Ergebnisse der Prüfverfahren werden analysiert, gewichtet und als ganzheitliche Risikobetrachtung präsentiert.
SOFTPROs Lösungen sind derzeit in 31 Ländern auf fünf Kontinenten im Einsatz. Zehn von den 25 größten Banken weltweit sind SOFTPROs Kunden, wie auch Versicherungen, Unternehmen in Handel und Telekommunikation, der öffentlichen Verwaltung und der Energiewirtschaft sowie der Industrie und im Gesundheitswesen.
Weitere Informationen erhalten Sie von:
SOFTPRO GmbH
Wilhelmstraße 34
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