[BÖBLINGEN] - 30. Juni 2005: Nach wie vor setzen viele Bankkunden auf Papier bei ihren Finanzgeschäften. Die Folge: Überweisungen und Schecks sterben nicht aus. Im Jahr 2004 verarbeiteten Kreditinstitute in Deutschland mehr als eine Milliarde Belege. Da fragt man sich zurecht, wer diese Belege eigentlich überprüft. Dieser Aufgabe widmet sich schon seit über einem Jahrzehnt der Böblinger IT-Spezialist Softpro. Weltweit arbeiten heute Banken mit dessen Software, die Unterschriften automatisch prüft. Jetzt können mit Unterschriften auch elektronische Dokumente und die Anmeldung am PC abgesichert werden.
Das heutige Kerngeschäft von Softpro ist die Prüfung von Unterschriften auf Überweisungen und Schecks. So werden bei einer amerikanischen Grossbank die Unterschriften auf bis zu 2,5 Millionen Schecks pro Tag mit denen in einer Referenzdatenbank automatisch verglichen. Die erste Version der automatischen Prüfung kam bereits anno 1994 bei der Credit Suisse zum Einsatz. Es war damals eine Gemeinschaftsentwicklung mit IBM und dem Schweizer Partner App Informatik. Die Software wurde seitdem kontinuierlich fort entwickelt um den immer komplexer werdenden Ansprüchen stand zu halten.
Jedes Jahr konnten die Böblinger seitdem neue Institute für diese Technik begeistern. In den Staaten verlieren die Banken jährlich Hunderte Millionen Dollar durch Scheckbetrug, Tendenz steigend. Hinzu kommt: Das Risiko ist für Betrüger noch vergleichsweise gering, weil zuweilen die Belege unterhalb bestimmter Beträge gar nicht geprüft werden. Seit 1999 konnte sich Softpro auch in USA etablieren. Die dortige Dependance hat heute knapp 20 Mitarbeiter und zieht derzeit erneut in grössere Räumlichkeiten um. In Böblingen ist man seit zehn Jahren in der Wilhelmstrasse 34 ansässig. Weltweit sind rund 60 Mitarbeiter für Softpro aktiv. Erst im April ging eine neue Tochterfirma in Grossbritannien an den Start, wo das Unternehmen bereits über einige grössere Kunden verfügt. Frank Fuchs, Geschäftsführer der Softpro Gruppe: "Wir expandieren mit Augenmass. Erfreulicherweise können wir dank weltweiter Präsenz Konjunkturdellen in Deutschland ausgleichen. Unser Team am Standort Böblingen besteht aus einer internationalen Mischung hochspezialisierter Mitarbeiter, die grösstenteils schon viele Jahre an Bord sind."
Die Software basiert auf Erkenntnissen von Schriftsachverständigen. Sie analysieren bei Unterschriften auf Papier sogenannte statische Merkmale. Dazu zählen Kreuzungen, Abzweigungen, Schleifen und Bogenformen. Diese Elemente werden gefiltert, kalkuliert und gewichtet. Für den Vergleich wird ein Ähnlichkeitsgrad ermittelt. Ist dieser in einem bestimmten Toleranzrahmen, lassen sich zu vergleichende Unterschriften folglich demselben Unterzeichner zuordnen.
Seit ein paar Jahren können neben den statischen Merkmalen auch dynamische Signale erfasst und ausgewertet werden. Diese Charakteristika werden auch als biometrische Signale bezeichnet. Zu ihnen zählen der Schreibdruck und die -geschwindigkeit. Erfasst werden können sie auf speziellen Schreibtabletts oder sogenannten Tablet PCs. Dr. Christiane Kaplan, Produktmanagerin erläutert "Wer solche Geräte nutzt, kann Passwörter getrost vergessen. Die Unterschrift ermöglicht hier die Anmeldung an PC oder Netzwerk." Softpro entwickelte dafür ein Produkt namens SignSecure. Vor kurzem wurde es von Microsoft als weltweit beste Biometrie-Anwendung für den Tablet PC ausgezeichnet.
In einem zweiten Wettbewerb gewann Softpro mit seiner Anwendung SignDoc die "Microsoft Tablet PC Challenge". Sie ermöglicht es elektronische Dokumente in den Formaten Microsoft Word, PDF und Lotus Notes mit eigenhändiger Unterschrift beweiskräftig zu unterzeichnen. Diese Software wird bereits von so unterschiedlichen Kunden wie Kreditinstituten, Hospitälern oder der Industrie- und Handelskammer in Saudi Arabien genutzt. Auf der Website www.softpro.de stehen seit kurzem auch kostenlose Testversionenen zum Download parat.
