Unterschriftsbetrug auf Überweisungen nimmt weiter zu

[BOEBLINGEN / FRANKFURT] - 15.06.04: Das ARD-Magazin Plusminus berichtet in seiner Sendung am heutigen Dienstag erneut über die unzureichende Prüfung von Unterschriften auf handschriftlich ausgefüllten Überweisungsträgern bei verschiedenen Banken. Seit 1997 greift Plusminus das Thema bereits zum dritten Mal auf. Traurig: Seitdem hat sich bei vielen Instituten nichts verbessert. Im Gegenteil: Still und leise wurden die Prüfgrenzen angesichts nur sehr langsam sinkender Belegvolumen sogar nach oben gesetzt. Dabei ist es längst kein Bankgeheimnis mehr, wie einfach und nahezu gefahrlos der Betrug mit gefälschten Überweisungen funktioniert. Einige Institute haben jedoch mittlerweile vorgesorgt: Sie nutzen hochintelligente Software zur automatischen Prüfung der Unterschriften. Würde diese Technik flächendeckend eingesetzt, hätten Betrüger nur noch geringe Chancen.

"Zur Räumung fremder Konten genügten den 'Plusminus'-Redakteuren Bankleitzahl, Name und Kontonummer. Betrügerische Überweisungen von mehr als 1.500 Euro wurden von den betroffenen Instituten problemlos ausgeführt, obwohl die Belege nicht die Originalunterschrift trugen", berichtete der Hessische Rundfunk.

Nach Angaben der Plusminus-Redaktion machen die laxen Sicherheitsvorkehrungen der Kreditinstitute den Ermittlungsbehörden zunehmend zu schaffen. Allein in Frankfurt seien die Betrugsfälle mit gefälschten Überweisungen von 2002 auf 2003 um über 250 Prozent gestiegen, in Düsseldorf sogar um über 500 Prozent auf mehr als 1.600 Fälle.

Schon seit Mitte der neunziger Jahre ist der Betrug mit Überweisungen Dauergast in den Medien. Anno 1995 sah Focus "Freie Fahrt für Kontenknacker" und der Spiegel titelte 1998 "Besser als Bankraub". Neben Plusminus führten seitdem auch WISO (ZDF) und der ARD-Ratgeber Technik vergleichbare Stichproben mit ähnlichen Resultaten durch. In Deutschland wurden 2003 1,6 Milliarden beleghafte Transaktionen verarbeitet, der grösste Teil davon sind Überweisungen. Vielfach glauben die Institute das Risiko unter Kontrolle zu haben - bis es eben auch sie einmal erwischt. Der Vergleich zum Autofahren ohne Sicherheitsgurt liegt nahe.

Sowohl gewerbliche wie auch private Kunden der Institute können Opfer der lückenhaften Prüfung werden. Verbraucherschtzer raten dringend zur sorgfältigen Prüfung der Kontoauszüge. Die Prüfung der Unterschrift auf Zahlungsbelegen ist eigentlich Teil der Sorgfaltspflicht von Kreditinstituten im Geschäftsverkehr mit ihren Kunden. In Deutschland tragen die Institute das Risiko gefälschter Belege, sofern sie deren Unterschrift nicht prüfen (BGH, AZ: XI ZR 117/96). Aus Sicht der Juristen müssen alle Zahlungsbelege auf die Unterschrift geprüft werden (AG Frankfurt, AZ: 30 C 58/97-24).

Sicherheitsbewusste Institute setzen längst auf den Einsatz einer automatischen Prüfung der Unterschrift. Sowohl einige private Banken wie auch eine Reihe von Sparkassen und Genossenschaftsbanken nutzen dafür entsprechende Software. Bereits vor zehn Jahren begann in der Schweiz eine Grossbank ein derartiges System einzusetzen. Gemeinsam mit IBM und dem lokalen Partner App Informatik nahm die Böblinger Softwarefirma Softpro damals das erste System zur automatischen Prüfung eigenhändiger Unterschriften namens "SignPlus" in Betrieb. Mittlerweile zählt das Unternehmen mit diesem System über 200 Kunden auf vier Kontinenten zu seinen Anwendern.

Das Modul "SignCheck" analysiert Unterschriften dabei genau so, wie ein hochspezialisiertes Team von Schriften-Experten. Deren Erfahrungen flossen in die Software mit ein. 60 unterschiedliche primäre und 500 sekundäre statische Merkmale von Unterschriften werden erfasst, gewichtet und in Parametervektoren zusammengefasst. Nach deren Berechnung wird durch ein neuronales Netzwerk ein Ähnlichkeitsgrad der Unterschrift mit der Referenz-Unterschrift ermittelt. Dabei werden beim Vergleich die üblichen Schwankungen in den Ausprägungen der Merkmale berücksichtigt.

Die Anwender in Kreditinstituten können sich somit auf die Bearbeitung von zurückgewiesenen Zweifelsfällen konzentrieren. Die Automatisierung der Prüfung erlaubt ausserdem die Senkung der Prüfgrenzen. Für die automatische Weiterverarbeitung können abhängig vom Betrag unterschiedliche Prüfschärfen definiert werden. Diese Justierung kann entsprechend sich verändernder Sicherheitsanforderungen täglich angepasst werden.

Betrugsdelikte mit Überweisungen und Schecks sind ein weltweites Phänomen.

So gewann die Software von Softpro unlängst einen von US-Grossbanken finanzierten Test bei der FSTC, die den Einsatz der Technik in USA vorbereitet. Die American Bankers Association schätzt den jährlichen Schaden durch Scheckbetrug in den Vereinigten Staaten auf über eine Milliarde Dollar.

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Unterschriften und Zeichnungsrechte automatisch prüfen

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Die SOFTPRO GmbH ist weltweit führend in der Entwicklung und Vermarktung von Produkten und Lösungen zur digitalen Erfassung, Verwaltung und Prüfung eigenhändiger Unterschriften.

Die Muttergesellschaft der SOFTPRO Gruppe – die SOFTPRO GmbH – ist seit ihrer Gründung 1983 in Böblingen bei Stuttgart zuhause. Vier Tochterfirmen sitzen in den USA, Großbritannien, Indien und Singapur. Repräsentanzen werden in Brasilien und im Libanon unterhalten. Die Gruppe beschäftigt derzeit über sechzig Mitarbeiter. Entwickelt wird die Software „made in Germany“.

Der am schnellsten wachsende Geschäftszweig sind Lösungen für die Elektronische Signatur mit eigenhändiger Unterschrift. SOFTPRO bietet dazu Software - vom SDK (SignWare) über Desktop Clients (SignDoc) bis hin zur kompletten Plattform für webbasiertes Signieren (SignDoc Web). Unterstützt wird ein breite Palette von Gerätetypen zur Erfassung von Unterschriften – von einfachen Pen Pads bis zu Tablet PCs. Damit lassen sich Kosten senken, Geschäftsprozesse beschleunigen, Fehlerquellen eliminieren und Dokumente gegen Manipulation geschützt speichern. Das so eingesparte Papier ist auch ein wichtiger Beitrag zum Umweltschutz.

Der zweite große Geschäftszweig von SOFTPRO ist die Erkennung von Betrugsversuchen mittels automatischem Vergleich von Unterschriften. Dieser Vergleich wird in erster Linie für Belege des Zahlungsverkehrs eingesetzt. Ebenfalls automatisch geprüft wird die Übereinstimmung von Unterschriften bei der Briefwahl (u.a. in USA und Großbritannien). Ferner wird der Vergleich im Posteingang großer Unternehmen eingesetzt. Ergänzend werden je nach Bedarf weitere Prüfverfahren eingebunden. Die Ergebnisse der Prüfverfahren werden analysiert, gewichtet und als ganzheitliche Risikobetrachtung präsentiert.

SOFTPROs Lösungen sind derzeit in 31 Ländern auf fünf Kontinenten im Einsatz. Zehn von den 25 größten Banken weltweit sind SOFTPROs Kunden, wie auch Versicherungen, Unternehmen in Handel und Telekommunikation, der öffentlichen Verwaltung und der Energiewirtschaft sowie der Industrie und im Gesundheitswesen.

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